Friedrich Press

In den Jahren nach dem Krieg mussten ersteinmal die grundlegenden Schäden beseitigt werden.
Der Turm blieb zum Glück unversehrt.

Doch durch einen größeren Schaden im linken Seitenschiff musste das dortige Kreuzgewölbe neu eingezogen werden. Außerdem wurde das zu großen Teilen zerstörte Dach erst notdürftig ausgebessert und dann mit Holzschindeln gedeckt. Am 20. August 1950 erfolgte die "Wieder-in-Besitz-nahme" der Kirche. 
Da das Holzschindeldach immer häufiger undicht ist, wird mit finanziellen Mitteln des Bistums im Mai 1959 das Dach wieder mit Schiefer gedeckt, so wie es ursprünglich war.

Innenraum mit zentriertem Altar 

Ab dem 8. August 1965 übernimmt Pfarrer Helmut Borgmeyer den Dienst in der Gemeinde. Nach der Renovation und dem Umbau des Kinderheimes beginnen umfangreiche Arbeiten in der Kirche, die vor allem im Eingangsbereich noch viele Kriegsschäden aufweist. Beauftragt wird hiermit der Dresdner Künstler Friedrich Press. Die Umgestaltung druch Friedrich Press erfolgte in den Jahren 1968 bis 1971. Dabei erfolgte ein intensiver Austausch von Friedrich Press mit dem Erzbischöflichen Ordinariat in Berlin sowie mit den Gremien in der Gemeinde. Er läßt den Hochaltar entfernen und setzt in die Mitte der Vierung einen Volksaltar, auf den hin im Sinne des Zweites Vatikanischen Konzils alles zentriert wird. So wird auch das Gestühl in das linke Seitenschiff gestellt, ebenso in die Apsis, deren mittleren drei Fenster zugemauert werden. 

Im Dezember 1971 wird der neue Altar von Kardinal Bengsch konsekriert.

Das "Volk" um den Altar versammelt
Blick von der Empore 

Ecce Homo

Ecce Homo
"Siehe, der Mensch"

Die abstrakte Gestaltung von Friedrich Press polarisierte von Anfang und sehr stark. So wurden auch nicht alle der radikalen Ideen von Friedrich Press umgesetzt.
Gleichzeitig gab es Details, die nicht befriedigend gelöst wurden und so immer wieder Raum für Diskussionen gaben. 

 

Innerhalb der Kirche ist zuerst der Altar zu nennen, der einen zentralen Platz der Gestaltung auf einer mittigen Altarinsel einnimmt, die von allen Seiten umschritten werden sollte und konnte. Zum Altar gehören 4 Kerzenleuchter, die in der ursprünglichen Gestaltung um den Altar herum angeordnet waren.


Dazu kommt der Tabernakel (="Zelt" - Aufbewahrungsort der Heiligen Eucharistie, gekennzeichnet mit dem dauerhaften roten Licht) als zweiter wesentlicher Gestaltungspunkt. Dann sind noch zu nennen der Taufbrunnen (heute als Blumenbank im Hof), zwei Weihwasserstelen (eine am Nebeneingang und eine in der Kirche in Angermünde), die Pieta (die schon damals außerhalb der Kirche ihren Platz fand) sowie eine Figur des Ecce homo (dieser befindet sich jetzt im Kunstfundus des Erzbischöflichen Ordinariates in Berlin, da er in der ursprünglichen Gestaltung keinen Platz gefunden hatte und viele Jahre nur im Keller gelagert wurde).

Der Tabernakel

der Tabernakel mit ewigem Licht

Die Pieta befindet sich heute im Innenhof hinter der Kirche. Nachfolgend dazu eine kleine Betrachtung.

Friedrich Press (1907-1990)

Friedrich Press war in der DDR einer der bedeutenden bildenden Künstler, die im Umfeld christlicher Architektur tätig waren. Seine Formensprache war oft nur auf wesentliche Linien reduziert.  Unsere St. Maria Himmelfahrt Kirche in Schwedt gehört zu seinen frühen Kirchenumgestaltungen.

 

Die in vielen katholischen und auch evangelischen Kirchengemeinden heute kritisch betrachteten Gestaltungen fanden bei den damaligen Gemeindemitgliedern aber zum Teil große Akzeptanz.

 

Kreuz Friedrich Press in Pirna

Kreuz und Altar von Friedrich Press
in der Klosterkirche "St. Heinrich" in Pirna

Taufbrunnen in der Kirche

Taufbrunnen in der Kirche bis 1999
die Kupferabdeckung war unter dem Deckchen verborgen

Taufbrunnen in der Kirche

Taufbrunnen im Hof nach dem Umbau
Nutzung als Blumenbank

Taufbrunnen in der Kirche

Die mittige Altarinsel mit Leuchtern in der
ursprünglichen Gestaltung bis 1998,

an der Seitenwand das Kreuz über dem Tabernakel
Der frühere Seiteneingang war geschlossen.

Betonglasfenster Lamm Gottes

Betonglasfenster "Lamm Gottes"
im früheren Nebeneingang bis 1998